Vorwort der Herausgeber

Die Schweiz, im Herzen Europas gelegen, kann ihr Umfeld nicht ignorieren; Basel kann es erst recht nicht. Wirtschaftliche, politische, ja geostrategische Gründe zwingen uns Eidgenossen, unser Verhältnis zu Europa und insbesondere zur Europäischen Union funktionsfähig zu gestalten und zu pflegen. "Europa", "Regio Basiliensis" – wohlbekannte, oft verwendete Begriffe; doch was steckt dahinter? Wie sehen die Vertragsinstrumente aus, die "Brüssel" und "Bern" und "Basel" im Verlauf der Jahrzehnte entwickelt haben? Was muss, was sollte, was will der Bürger oder der Unternehmer darüber wissen – unabhängig von seiner persönlichen Einstellung zur Problematik "Europa"? Der Versuch sei gewagt, in einem leicht lesbaren Brevier gewissermassen eine staatsbürgerliche und europapolitische Notration zum Verständnis dieser Begriffe und namentlich des in letzter Zeit so häufig beschworenen "Bilateralismus" zu bieten: die Institutionen, die Prozesse und die Probleme, die uns täglich direkt oder indirekt betreffen und beschäftigen. Dazu gehören auch zahlenmässig oder mit Paragraphen nicht erfassbare psychologische Aspekte. Die denkwürdige eidgenössische Abstimmung über die Zuwanderung vom 9. Februar 2014 und ihre Folgen, beispielsweise, auch die Währungsproblematik Schweizer Franken-Euro oder die Debatte um den Flughafen Basel-Mulhouse haben das Verständnis dieser Zusammenhänge noch dringender – und auch noch schwieriger – gemacht.

 

Es ist uns gelungen, in alt Botschafter Dr. Benedikt von Tscharner einen Verfasser für dieses Brevier zu gewinnen, der als ehemaliger Leiter des Berner Integrationsbüros und später als Chef der Schweizerischen Mission bei der Europäischen Union in Brüssel nicht nur die erforderliche Kombination von Sachkenntnis und Überblick mit sich bringt, sondern dazu auch als Heimweh-Basler eine besondere Nähe zum Thema beanspruchen darf. Wir schätzen es besonders, dass er es verstanden hat, seinem Text bei aller Sachlichkeit eine unverkennbar persönliche Note zu geben. Zu Recht geht der Autor nicht nur auf die jüngsten Entwicklungen ein, sondern zeichnet die Entwicklung seit ihren Anfängen am Ende des Zweiten Weltkriegs nach. Die Hinweise auf die grenzüberschreitende Zusammenarbeit am Oberrhein machen das Brevier für Schweizer aus anderen Regionen keineswegs uninteressant – im Gegenteil!

 

Die Europapolitik der Schweiz ist in ständigem Fluss. „Redaktionsschluss“ des Breviers war der 15. März 2015. Dass der eine oder andere Punkt bald einmal überholt sein könnte, erscheint unvermeidlich. Wir wollen weitere, ergänzte und bereinigte Auflagen dieses Textes nicht ausschliessen.

 

Basel, im April 2015

 

Hans Rudolf Bachmann

Dr. Paul Aenishänslin

 

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